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Leuchtende Kunst auf der Opernbühne

© Theater, Oper und Orchester GmbH Halle / Fotógrafo: Falk Wenzel

Robust, leicht zu handhaben, leuchtstark – Materialien für den Bühnenbau müssen hohe Anforderungen erfüllen. Bei dem Bühnenbild für Giacomo Puccinis „Tosca“ an der Oper Halle entstand eine riesige Leuchtschrift aus PLEXIGLAS® Resist.

Das Bühnenbild einer Oper oder eines Theaterstücks ist weit mehr als eine Kulisse, vielmehr ist es ein wichtiger Teil der Inszenierung. Es ist der Spielort für Sänger oder Schauspieler und verändert sich oft während der Aufführung. Bühnenbildner konzipieren dafür immer wieder neue, kreative Bühnenräume. Dem Zuschauer wird so eine zeitgenössische Perspektive auf ein Werk ermöglicht – so wie auch bei der Inszenierung der weltbekannten Oper Tosca an der Oper Halle.

Ein neues Setting

„Normalerweise ist die Oper Tosca von Giacomo Puccini ein sehr stringent geschriebener Krimi, der Anfang des 19. Jahrhunderts in Rom spielt“, erläutert Bühnenbildner Wolf Gutjahr. „In Halle wollten wir aber vor allem die inneren Zustände der Personen in den Vordergrund stellen.“ Die ursprünglichen Schauplätze, der Innenraum einer Kirche, ein Polizeibüro sowie die Engelsburg in Rom, waren dafür ungeeignet.

„Die Hauptfiguren sind Künstler, die in die Zwänge des politischen Systems geraten. Die Bühne sollte das Spannungsfeld Politik/Kunst und unseren Umgang damit zeigen“, erklärt Gutjahr. „Ich dachte mir: ‚Wieso das Kind nicht beim Namen nennen?‘“ So kam ihm die Idee zum riesigen Schriftzug „ART“.

Gleichmäßig beleuchtet

„Die Buchstaben sollten wie eine große Leuchtschrift erscheinen“, erklärt Torsten Paetzold, Produktionsleiter der Werkstätten an der Oper Halle. Der Schriftzug musste gleichzeitig begehbar sein, damit die Sänger darüber laufen können, aber trotzdem leicht, um ihn an Drahtseilen von der Decke schweben lassen zu können. Außerdem sollten die Leuchtbuchstaben möglichst gleichmäßig ausgeleuchtet sein. „Wir wollten einfach die ideale Mischung aus Optik und Belastung. Deshalb entschieden wir uns für PLEXIGLAS® Resist Stegfünffachplatten“, sagt Paetzold.

Größer als menschengroß

Der sechs Meter hohe und zwölf Meter breite Schriftzug aus PLEXIGLAS® wirkt gigantisch hinter den Darstellern.

© Theater, Oper und Orchester GmbH Halle / Fotograf: Falk Wenzel

Riesig und leuchtend

Nicht nur aufgrund seiner Größe zieht der Schriftzug die Blicke auf sich: Auch die Beleuchtung sticht ins Auge. Dank PLEXIGLAS® sind die Lichtquellen nicht sichtbar, und das Licht wird gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilt.

© Theater, Oper und Orchester GmbH Halle / Fotograf: Falk Wenzel

Verschiedene Lichtstimmungen

Die LEDs, die sich hinter dem PLEXIGLAS® Resist befinden, sind dimmbar. Dadurch kann die Intensität der Beleuchtung während der Aufführung angepasst werden und so unterschiedliche Stimmungen erzeugen.

© Theater, Oper und Orchester GmbH Halle / Fotograf: Falk Wenzel

Das Werkstattteam schnitt die 32 Millimeter starken Platten, die von Röhms Vertriebspartner thyssenkrupp Plastics geliefert wurden, zunächst zu. Dann verklebte es die einzelnen Teile des Markenacrylglases zu dem sechs Meter hohen und zwölf Meter breiten Schriftzug. Eine Aluminiumkonstruktion verstärkt die Buchstaben zusätzlich und bildet einen sauberen Abschluss der Kanten. Beleuchtet werden die Buchstaben mit LED-Streifen. „Die Lichtquellen verschwinden hinter dem milchig-transparenten PLEXIGLAS®“, sagt Paetzold. „Außerdem leitet es das Licht gleichmäßig über die ganze Fläche.“

 

Stehende, liegende, hängende Kunst

„Am Anfang der Oper stehen die riesigen Leuchtbuchstaben wie ein überdimensionaler Kunst-Fetisch auf der Bühne und bilden so das leuchtende Zentrum“, erklärt Gutjahr. „Die Figuren und die Handlung werden dazu ins Verhältnis gesetzt.“ Im Verlauf der Oper wird der an sich statische Schriftzug dann an das Geschehen im Stück angepasst. „Der riesige Schriftzug ART ist ein ideales Instrument, um im Laufe der Aufführung den Umgang unserer Gesellschaft mit Kunst aufzuzeigen“, sagt Gutjahr.

Leuchtendes Stilmittel

Die riesigen PLEXIGLAS® Buchstaben sind an einem Gerüst und Drahtseilen befestigt.

© Wolf Gutjahr

Leuchtendes Stilmittel

Dadurch können sie, je nach Geschehen während der Aufführung, stehen …

© Wolf Gutjahr

Leuchtendes Stilmittel

… liegen …

© Wolf Gutjahr

Leuchtendes Stilmittel

… oder schweben.

© Wolf Gutjahr

Leuchtbuchstaben als Stilmittel

Kunst wird in der Oper Tosca für politische Vorgänge instrumentalisiert: Die stehenden Buchstaben werden im zweiten Akt gekippt, der Schriftzug wird benutzbar und zur leuchtenden Bühne, auf der die Darsteller ihre Konflikte austragen. „Für PLEXIGLAS® Resist ist das kein Problem“, sagt Paetzold, „es ist so stabil und bruchfest, dass nichts passieren kann.“ Sobald die Kunst vom System nicht mehr gebraucht wird, kann sie weggeräumt werden.

Die Darsteller bleiben ganz auf sich gestellt – der Schriftzug wird schließlich an Drahtseilen in den Schnürboden und damit außer Sicht hochgezogen. „Das war ein weiterer Grund für uns, PLEXIGLAS® zu verwenden, die ganze Konstruktion durfte schließlich nicht zu schwer sein“, erklärt Paetzold. „Inhaltlich verdeutlicht das Hochziehen der Buchstaben, dass die Kunst unerreichbar wird“, erklärt Gutjahr. Im letzten Bild der Aufführung bleibt die Hauptfigur Tosca alleine auf der Bühne zurück – ein ergreifendes Schlussbild für eine von Publikum und Kritikern bejubelte Inszenierung.

Erleben Sie Ausschnitte aus Tosca an der Oper Halle

Quelle: YouTube / Buehnen Halle

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