Ladenbau

Nicht alles muss raus: Ressourcen­schonender Ladenbau

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Kurzlebigkeit ist nicht mehr zeitgemäß im Ladenbau. Claudia Horbert vom EHI Retail Institute beschreibt für PLEXIGLAS® Impulse die aktuellen Entwicklungen für flexibles, nachhaltiges und kostengünstiges Shop-Design.

© iStock / fiphoto

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Milliarden Euro

investierten Handelsunternehmen in Deutschland 2019 in die Einrichtung ihrer Läden

Im stationären Einzelhandel gibt es zwei Anforderungen, die auf den ersten Blick schwer unter einen Hut zu bringen sind. Auf der einen Seite steht der Anspruch, den Kunden Erlebniswelten mit immer wieder neuen Überraschungen zu bieten, um sich im harten Wettbewerb mit dem Onlinehandel zu behaupten. „Geschäfte müssen sich vom reinen Point of Sale zum Point of Experience weiterentwickeln. Der Investitionsbedarf für ein neues Geschäft ist daher in allen Branchen weiter gestiegen“, heißt es dazu im Laden-Monitor 2020 des EHI, den das wissenschaftliche Institut des Handels zur Messe EuroShop veröffentlichte.

Auf der anderen Seite steht das wirtschaftliche und ökologische Gebot, Kosten zu sparen und Ressourcen zu schonen. Wie passt das zusammen? Der Ladenbau reagiert mit flexiblen, modularen Einrichtungen und dem Einsatz nachhaltiger und recyclingfähiger Materialien.

Längere Renovierungszyklen bei Ladeneinrichtungen

Ladeneinrichtungen werden heute nicht mehr so schnell ausgetauscht wie noch vor einigen Jahren. Die durchschnittlichen Zyklen für Komplettumbauten inklusive Boden und Wände haben sich zwischen 2013 und 2019 verlängert – im Lebensmittelbereich von 8,6 auf 9,6 Jahre und im Nonfood-Handel von 7,2 auf 8,7 Jahre. Auch dies geht aus dem Laden-Monitor 2020 hervor. Diese Tendenz gilt sogar für den schnelllebigen Modehandel.

„Der Trend geht weg von der umfassenden Renovierung und hin zu Teilumbauten und kleineren Refresh-Lösungen mit hochflexiblen Einrichtungsmodulen und einer raschen Veränderung von Aktionsflächen. Zum Beispiel: Zwei Drittel des Ladenbaus bleiben, ein Drittel kann schnell und ohne viel Aufwand verändert werden“, sagt Claudia Horbert, Leiterin des Forschungsbereichs Ladenplanung + Einrichtung beim EHI Retail Institute in Köln.

Allerdings sei nicht in erster Linie Nachhaltigkeit die treibende Kraft, sondern die Kosten. „Corona hat den finanziellen Druck auf den Einzelhandel erhöht. Doch wenn Ladenbetreiber und Ladenbauer schon bei der Planung verstärkt auf langlebige, robuste und multifunktional einsetzbare Materialien achten, zahlt das natürlich auch auf die Nachhaltigkeit ein.“ Im Gespräch mit PLEXIGLAS® Impulse erläutert die Expertin vier aktuelle Ansätze für kosten- und ressourcenschonenden Ladenbau.

© EHI Retail Institute

Claudia Horbert
leitet den Forschungsbereich Ladenplanung + Einrichtung beim EHI Retail Institute in Köln, einem wissenschaftlichen Institut des Handels. Sie ist Autorin des EHI-Laden-Monitors und des EHI-Leitfadens „Nachhaltigkeit im Ladenbau“.

Robust, langlebig und gut aufzuarbeiten

Acrylglas der Marke PLEXIGLAS® ist ein gefragter Werkstoff im Ladenbau, denn es hat folgende Eigenschaften:

 

Ansatz 1: Weiterverkaufen oder aufarbeiten

Früher gab es einen florierenden Markt für Zweitverwertung von Inventar. „Vieles ging nach Osteuropa. Aber dort möchte man inzwischen nicht mehr das ausrangierte Material aus dem Westen übernehmen“, weiß Horbert. Vielleicht steigt auch deshalb schon seit etwa zehn Jahren im Handel die Bereitschaft, Einrichtungen aufzuarbeiten und weiterzuverwenden, etwa bei einem Standortwechsel.

Zahlen aus dem EHI-Leitfaden „Nachhaltigkeit im Ladenbau“ zum Vergleich: Während 2010 erst 34 Prozent der befragten Handelsunternehmen angaben, dass sie Ladeneinrichtungen aufbereiten, waren es drei Jahre später schon fast 59 Prozent. Der Haken daran: „Ladenbetreiber beklagen, dass Entsorgen oft billiger und schneller ist als das Lagern, Aufarbeiten und Transportieren“, sagt die Handelsforscherin. „Interessant wird es nach der Abschreibung, wenn man die Ladeneinrichtung über die Renovierungszyklen hinaus nutzen kann.“

Ansatz 2: Nachhaltige und langlebige Materialien

Auch wenn Kosteneinsparung im Vordergrund steht, gewinnt Nachhaltigkeit im Ladenbau an Bedeutung. Nicht zuletzt, weil Ladenbetreiber damit Haltung zeigen – ein wertvoller Imagefaktor bei einer Kundschaft mit wachsender Sensibilität für Umwelt- und Klimaschutz. War 2010 fast die Hälfte der Handelsunternehmen überzeugt, dass nachhaltiger Ladenbau im standardisierten Netz der Filialisten schwer umsetzbar sei, meinte das drei Jahre später nur noch jedes fünfte.

Der Anteil an wiederverwertbaren und recyclingfähigen Materialien stieg im Ladenbau zwischen 2010 und 2019 von rund 23 auf 43 Prozent.

Holz, per se eines der nachhaltigsten Materialien, ist derzeit ein Statussymbol für „grünen Lifestyle“, etwa in Geschäften für hochwertige Mode, Biolebensmittel oder Wein. Ladenbauer achten verstärkt auf die Herkunft und verwenden FSC-zertifiziertes Holz.

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© Maxim Kamynin/Shutterstock.com

PLEXIGLAS® proTerra für nachhaltigen Ladenbau

PLEXIGLAS® proTerra, eine neue Variante des Originals von Röhm, beinhaltet circa 90 Prozent wiederverarbeitetes PLEXIGLAS® Acrylglas – und überzeugt mit der bewährten Markenqualität. Das Plattenmaterial mit glänzender Oberfläche ist schwarz und farblos erhältlich und eignet sich zum Beispiel für Thekenfronten, Displays und Regale, Wandverkleidungen oder modulare Elemente. Wie bei anderen Sorten von PLEXIGLAS® Acrylglas lassen sich Kratzer leicht herauspolieren.

PLEXIGLAS® proTerra

Allerdings gaben bei der Befragung für den Laden-Monitor 2020 nur noch 29 Prozent der befragten Händler an, dass sie Einrichtungsgegenstände aus naturbelassenen Materialien und nachwachsenden Rohstoffen wie Holz verwenden. 2016 waren es noch rund 48 Prozent gewesen. Die Kosten haben dem Trend Grenzen gesetzt, aktuell insbesondere in den Segmenten, die wegen der Coronakrise von Ladenschließungen bedroht sind. Holz ist derzeit weltweit Mangelware – und die Preise steigen weiter.

Letzteres gilt ebenfalls für Stahl. Er war wegen des hohen CO2-Ausstoßes bei seiner Herstellung lange verpönt, ist aber wegen seiner Langlebigkeit wieder in den Fokus gerückt, wie der jüngste EHI-Laden-Monitor ergab. „Es gibt wenig, was länger hält als Stahlregale. Sie sind robust, standfest, halten schwere Lasten aus – und man kann sie quasi ewig nutzen“, zählt Horbert auf. „Von Zeit zu Zeit können Metallregale mit neuen Rückwänden oder Böden optisch aufgefrischt werden.“

Langlebigkeit ist ein wichtiger Faktor bei der Grundregalierung, die hohen Ansprüchen genügen muss. Weil die Regalböden besonders beansprucht werden und sich schnell abnutzen, ist es sinnvoll, dass das Material gut aufgearbeitet werden kann, etwa wenn es verkratzt ist.

Auch für Kunststoffkomponenten für Regalböden oder Theken- und Wandverkleidungen gibt es innovative, nachhaltige Lösungen, zum Beispiel hochwertige und langlebige Kunststoffe mit hohem Rezyklatanteil.

Elegant Ressourcen schonen

Mit seiner hochwertigen Optik eignet sich PLEXIGLAS® proTerra gut für Theken- und Wandverkleidungen. Weil es circa 90 Prozent wiederverwertetes Acrylglas enthält, schont es Ressourcen im Ladenbau.

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Nachhaltig? Aber klar!

PLEXIGLAS® proTerra ist auch als farbloses Plattenmaterial erhältlich und eignet sich gut für Warendisplays.

© iStock/TeerasanP

Flexibel einsetzbar

PLEXIGLAS® proTerra ist ebenso wie alle anderen PLEXIGLAS® Varianten leicht und robust, flexibel einsetzbar und einfach zu verarbeiten.

© iStock/onurdongel

Vielfalt für den Ladenbau

Acrylglas der Marke PLEXIGLAS® eröffnet Gestaltungsspielräume für modulares Ladendesign.

Hier finden Sie Anwendungsbeispiele.

Ansatz 3: Flexible und modulare Konzepte

Schwere Stahlregale eignen sich unter anderem für Baumärkte, allerdings nicht für Geschäfte mit Bedarf an flexiblen und modularen Ladeneinrichtungen. Diese Tendenz gebe es schon lange, aber sie habe eine neue Dynamik entwickelt, sagt Horbert.

Demnach erproben Ladenbetreiber Konzepte, ihre Flächen flexibel zu nutzen, etwa tagsüber für die Warenpräsentation und abends für Kundenevents. Verkaufsflächen sollten also so geplant werden, dass sie mit möglichst geringem Aufwand je nach Bedarf umgestaltet werden können. Dies setzt voraus, dass das Inventar schnell und einfach umgeräumt werden kann. Auf diese Bedürfnisse reagiere der Ladenbau mit leichten Materialien und beweglichen Modulen, beispielsweise auf Rollen, die sich umgestalten, anders einfärben oder neu kombinieren lassen, so die Expertin.

© Sorbis/Shutterstock.com

Ansatz 4: Beleuchtung effektvoll einsetzen

Darüber hinaus könnten Ladenbetreiber mit Licht sehr effektiv für Abwechslung sorgen. „Schon mit kleinen Veränderungen im Mittelbereich des Ladens, etwa mit Variation der Beleuchtung, hochflexiblen Modulen und häufiger Umverteilung der Ware, entsteht bei den Kunden der Eindruck ständiger Bewegung auf der Fläche“, erklärt Horbert. So könnten beispielsweise Modegeschäfte ihre Einrichtung mit wenig Materialverbrauch an den saisonalen Warenwechsel anpassen.

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