PLEXIGLAS® biegen und formen: in wenigen Schritten warmformen

© Röhm GmbH – Acrylic Products / Foto: Stefan Wildhirt

PLEXIGLAS® lässt sich in nahezu alle erdenklichen Formen bringen. Dafür muss das Material nur erwärmt und anschließend geformt werden. Wir zeigen Ihnen verschiedene Verfahren, mit denen Sie Acrylglasplatten ganz einfach warmformen können – umgangssprachlich auch „biegen“ genannt.

    • Formwerkzeug vorbereiten
    • Nicht brennbare Unterlage verwenden
    • Schutzfolie entfernen
    • Infrarotstrahler einschalten
    • Platte aus PLEXIGLAS® erwärmen
    • PLEXIGLAS® in die gewünschte Form bringen
    • Langsam abkühlen lassen

Materialliste: Materialien und Werkzeuge – PLEXIGLAS® warmformen

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  1. Infrarotstrahler
  2. Nicht brennbares Material als Unterlage, zum Beispiel eine Aluminiumplatte
  3. Anschlagleiste
  4. Abdeckplatten, z. B. aus Aluminium, für linienförmige Erwärmung
  5. Abstandshölzer für linienförmige Erwärmung
  6. Gewichte zum Beschweren
  7. Formwerkzeug aus Holz
  8. Baumwollstoff
  9. PLEXIGLAS® Platte
  10. Klemmen

PLEXIGLAS® erwärmen: Viele Möglichkeiten

PLEXIGLAS® nimmt innerhalb bestimmter Temperaturbereiche unterschiedliche Zustandsformen an – fest, thermoelastisch oder thermoplastisch. Dadurch hat es den Vorteil, dass Sie PLEXIGLAS® einfach umformen und in unterschiedlichste Formen bringen können. Um eine Platte aus PLEXIGLAS® zu erwärmen und dann umzuformen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • in Wärmeschränken mit Luftumwälzung,
  • durch Infrarotstrahlung,
  • mit Heizplatten.

Das Erwärmen mit Infrarotstrahlern ist eine der am häufigsten verwendeten Varianten. Fachverarbeiter können auch auf die anderen Verfahren zurückgreifen. Informationen hierzu finden Sie in der Broschüre „Umformen von PLEXIGLAS®“.

Unabhängig davon, welche dieser Möglichkeiten Sie wählen, können Sie entweder die Acrylglasplatte vollflächig erwärmen oder auch nur einen bestimmten Bereich, an dem die Platte beispielsweise abgekantet werden soll. Dafür gibt es zwei Verfahren, die wir Ihnen im Folgenden zeigen:

  • die Flächenerwärmung sowie
  • die linienförmige Erwärmung.

HOW-TO-VIDEO: PLEXIGLAS® FLÄCHENERWÄRMUNG UND LINIENFÖRMIGE ERWÄRMUNG


ANLEITUNG: FLÄCHENERWÄRMUNG VON PLEXIGLAS® MIT EINEM INFRAROTSTRAHLER

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1

Formwerkzeug vorbereiten

Um die Acrylglasplatte direkt nach dem Erwärmen in die gewünschte Form bringen zu können, sollten Sie das Formwerkzeug bereits vorbereiten. Als Material eignen sich Holz, Schichtpressstoffe, Metalle oder Gießharze. Vor allem Holzwerkzeuge sind preiswert herzustellen, leicht auszubessern und bei Bedarf zu ändern. Damit keine Abdrücke auf der Platte entstehen, können Sie das Formwerkzeug mit einem weichen, dehnbaren Baumwollstoff überziehen.

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2

Arbeitsplatz vorbereiten

Legen Sie eine feuerfeste Unterlage, zum Beispiel aus Aluminium, auf die Arbeitsfläche. Decken Sie die Unterlage mit einem Baumwollstoff ab, damit keine Abdrücke oder Kratzer entstehen.

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3

Schutzfolie entfernen

Prüfen Sie, ob sich auf der Platte aus PLEXIGLAS® noch eine Schutzfolie befindet. Falls ja, sollten Sie diese entfernen, denn sonst besteht die Gefahr, dass die Folie zu stark auf der Oberfläche anhaftet und sie nach dem Erkalten nicht mehr abgezogen werden kann.

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4

Infrarotstrahler einschalten

Schalten Sie den Strahler ein und warten Sie, bis er vorgewärmt ist. Bei Hellstrahlern ist das der Fall, wenn sie kirschrot leuchten.

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5

PLEXIGLAS® erwärmen

Legen Sie die PLEXIGLAS® Platte unter den Infrarotstrahler, um sie zu erwärmen. Der richtige Abstand zwischen Strahler und Acrylglasplatte ist abhängig vom Strahler und von der Materialstärke. Ermitteln Sie den Abstand am besten vorab mit einem Teststück. Je dicker die Platte ist, desto länger muss sie auch erwärmt werden. Wenn das Material nur einseitig erwärmt wird, wird es sich zunächst nach oben wölben. Nach einer Weile senkt sich die Platte wieder. Daran können Sie erkennen, dass sie warm genug ist, um sie zu formen. Ist die Platte dicker als 5 mm, sollte sie ab und zu gewendet werden, um sie gleichmäßig zu erwärmen und eine Überhitzung der Oberfläche auszuschließen.

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6

PLEXIGLAS® formen

Formen Sie die PLEXIGLAS® Platte und nehmen Sie dafür gegebenenfalls – je nach gewünschter Form – das vorbereitete Formwerkzeug zur Hilfe. Beachten Sie, dass das Material heiß ist.

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7

PLEXIGLAS® abkühlen lassen

Lassen Sie das Formteil langsam abkühlen und warten Sie mit der Weiterverarbeitung, bis es eine ausreichende Formstabilität erreicht hat. Das ist der Fall, wenn das Material handwarm ist. Vermeiden Sie Zugluft beim Abkühlen. Tipp: Damit das Material gleichmäßig abkühlt, können Sie es mit einem Baumwollstoff abdecken.

ANLEITUNG: LINIENFÖRMIGE ERWÄRMUNG VON PLEXIGLAS® MIT EINEM INFRAROTSTRAHLER

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1

Formwerkzeug vorbereiten

Um die PLEXIGLAS® Platte direkt nach dem Erwärmen in die gewünschte Form bringen zu können, sollten Sie das Formwerkzeug bereits vorbereiten. Als Material eignen sich Holz, Schichtpressstoffe, Metalle, Gießharze oder Ähnliches. Vor allem Holzwerkzeuge sind preiswert herzustellen, leicht auszubessern und bei Bedarf zu ändern. Damit keine Abdrücke oder Kratzer auf der Platte entstehen, können Sie das Formwerkzeug mit einem weichen, dehnbaren Baumwollstoff überziehen.

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2

Arbeitsplatz vorbereiten

Legen Sie eine feuerfeste Unterlage, zum Beispiel aus Aluminium, auf die Arbeitsfläche. Decken Sie die Unterlage mit einem Baumwollstoff ab, damit keine Abdrücke oder Kratzer entstehen. Legen Sie Abstandshölzer auf die Unterlage und darauf zwei Abdeckplatten, z. B. aus Aluminium. Nur die Stelle, an der die Wärme des Infrarotstrahlers später auf die Platte treffen soll, muss frei bleiben. Der Abstand zwischen den Abdeckplatten sollte dreimal so breit wie die Materialstärke sein.

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3

Schutzfolie entfernen

Prüfen Sie, ob sich auf der PLEXIGLAS® Platte noch eine Schutzfolie befindet. Falls ja, sollten Sie diese entfernen, denn sonst besteht die Gefahr, dass die Folie zu stark auf der Oberfläche anhaftet und sie nach dem Erkalten nicht mehr abgezogen werden kann.

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4

Infrarotstrahler einschalten

Stellen Sie den Infrarotstrahler über die Unterlage, schalten Sie ihn ein und warten Sie, bis er vorgewärmt ist. Bei Hellstrahlern ist das der Fall, wenn sie kirschrot leuchten.

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5

PLEXIGLAS® erwärmen

Legen Sie die Platte aus PLEXIGLAS® unter den frei gelassenen Spalt unter den Abdeckplatten, um das Acrylglas zu erwärmen. Der richtige Abstand zwischen Strahler und Acrylglasplatte ist abhängig vom Strahler und von der Materialstärke. Ermitteln Sie den Abstand am besten vorab mit einem Teststück. Im abgedeckten Bereich wird die Materialoberfläche nicht miterwärmt, dadurch bleibt die für das Abkanten notwendige Steifigkeit erhalten. Je dicker die Platte ist, desto länger muss sie auch erwärmt werden. Wenn das Material nur einseitig erwärmt wird, wird es sich zunächst nach oben wölben. Nach einer Weile senkt es sich wieder. Daran können Sie erkennen, dass es warm genug ist, um es zu formen. Es ist bei einseitiger Erwärmung vorteilhaft, die Platte nach einer gewissen Zeit zu wenden. Um die gleiche Position zu finden, ist es gut, mit einer Anschlagleiste zu arbeiten.

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6

PLEXIGLAS® formen

Legen Sie die Platte in das Formwerkzeug, um den gewünschten Winkel zu erhalten.

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7

PLEXIGLAS® abkühlen lassen

Lassen Sie das Formteil langsam abkühlen und warten Sie mit der Weiterverarbeitung, bis es eine ausreichende Formstabilität erreicht hat. Das ist der Fall, wenn das Material handwarm ist. Vermeiden Sie Zugluft beim Abkühlen. Tipp: Für ein gleichmäßiges Abkühlen der Platte empfiehlt es sich, die Platte mit einem Stoff abzudecken und zusätzlich mit einem Gewicht zu beschweren.

Tipps und weitere Hinweise zum Warmformen von PLEXIGLAS®


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